Luck is, when opportunity meets preparation!
7. August 2009 – 13:48 von FelixDiesen unfassbar weisen Satz, den ich hier als Überschrift missbrauche hat der Ex-CSU-Vorsitzende Huber mal gesagt. Für alle Nichtbayern: Braucht ihr nicht kennen, ist inzwischen quasi Geschichte. Die Bayern brauchen ihn auch nicht mehr wirklich kennen.
Es ist ja ein bisschen bekannt, dass ich eine gewisse Angst vor Spinnen habe. (Da gibts nix zu Lachen
) Kleine machen mir eher wenig aus, die zerpatsche ich einfach mit einem Schuh oder einem Buch. Wenn die allerdings größer sind, dann trau ich mich nichtmal mehr das. Als ich vorgestern aufgewacht bin und langsam meine Systeme hochfuhren habe ich beim Rundblick durch das Zimmer in der dem Bett gegenüberliegenden Ecke auf rund drei Metern Höhe etwas schwarzes ausgemacht. Weil ich es aus der Entfernung und mit meinen noch müden Augen nicht eindeutig identifizieren konnte habe ich noch auf so einen Nachtfalter gehofft, die sich manchmal ins Zimmer verirren. Als ich mich aber vorsichtig genähert habe wurden meine schlimmsten Befürchtungen wahr. Es handelte sich um eine Spinne. Und nicht so eine kleine, die man einfach zerpatschen kann, sondern so eine richtig ekelhafte große Monsterspinne.
Hier, auf meinem Grund und Boden, gilt jedes Betreten des Gebietes mit mehr als vier Beinen grundsätzlich als Kriegserklärung. Ich musste also den Kampf aufnehmen. Die Entscheidung ob Nah- oder Fernkampf wurde mir durch die Position des Eindringlings abgenommen, ich komm da nämlich garnicht hin, also blieb nur Fernkampf übrig. Aber mit welchen Waffen sollte ich denn den beginnen? Also entschloss ich mich zu einer anderen, sehr alten, Taktik: Belagerung. Einen Tag später hatte sich die Spinne häuslich eingerichtet und hing an ihren Fäden dort oben in der Ecke. Da die Wahrscheinlichkeit, das dort oben allerdings jemals Nahrung vorbeifliegt und hängen bleibt sehr gering ist, beschloss ich das Aushungern des Gegners zu meiner offiziellen Taktik zu erklären. Ich habe sogar schon versucht herauszufinden, wie lange sowas wohl dauernd würde.
Dieses Biest aber hat meine Taktik durchschaut und gemerkt, dass es auf Dauer nicht gewinnen kann. Während ich gestern Abend siegessicher einige Folgen Scrubs angeschaut habe, hat es seine Position geändert. Es hat hierbei geschickt die Dunkelheit der Nacht genutzt, sowie die Tatsache, dass der Fernseher als einzig helles Objekt im Raum mich blendet und ich somit die Ecke in der es sich befand nicht sehen konnte. Als ich also kurz nach 0:00Uhr beschloss mich ins Reich der Träume zu begeben, machte ich ein letztes mal Licht.
Da traf mich der Schock. Der Feind war weg. Er hatte sich Fortgeschlichen, bestimmt in der Absicht mich im Schlaf zu attackieren. Langsam bewegte ich mich auf die Ecke zu, in dem der Feind vor kurzem noch saß, doch auch als ich um den Schrank herum schauen konnte: Nichts. Da allerdings bemerkte ich eine Bewegung am Fenster. Bevor sie mich im Schlaf hinterrücks tötet wollte die Spinne wohl zunächst noch eine Stärkung zu sich nehmen und hatte sich diesmal den nahrungsbeschaffungsstrategisch günstigen Ort vor dem offenen Fenster ausgesucht. Allerdings beging sie einen folgenschweren Fehler. Sie machte ihre Fäden unter anderem an meinem, zu diesem Zeitpunkt hochgezogenen, Rollo fest. Sie hing nun ca. 5-10cm unter der Unterkante des Rollos. Meine Taktik war also, das Rollo etwas runterzulassen, so dass der Feind auf der Außenseite des geöffneten Fensterflügels ist, dann kann ich schnell das Fenster zumachen und dem geschlagenen Gegner durch die Scheibe Grimassen zeigen. Das einzige Problem war, dass sie nicht sehr weit unterhalb des Rollos hing und somit auch ziemlich weit oben am Fenster gewesen wäre. Hier kam für mich Glück dazu. Als ich das Rollo nach unten fuhr – ich weiß nicht ob aus Schreck, oder weil sie die Statik ihrer Fäden falsch berechnet hatte – jedenfalls stürzte die Spinne in diesem Moment ab. Jedoch hatte sie wohl ein Sicherheitsfaden, der sie auffing. Allerdings hing sie nun, für mich perfekt genau in der Mitte des Fensterflügels, welchen ich daraufhin schnell schloss. Und tatsächlich konnte ich den geschlagenen Feind nun durch das geschlossene Fenster sehen.
Man sieht also, meine gut durchdachte Taktik wurde hier von dem Quentchen Glück ergänzt, dass bei solchen Schlachten über Sieg und Niederlage entscheidet. Wie freu ich mich auf den Winter, wenn solches Viehzeug nicht lebt.
P.S. Der große Nachteil war natürlich, dass ich heute Nacht bei geschlossenem Fenster schlafen musste um das Wiedereindringen des Feindes zu vermeiden.
Ein Kommentar zu “Luck is, when opportunity meets preparation!”
Der gute alte Kampf, Mensch gegen Monster. Schön geschrieben
Diese kleinen Viecher machen mich aber auch immer verrückt. Spinnen gibt es bei mir zum Glück nur äußerst selten.
geschrieben von devatrox am 07. Aug, 2009